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Was machen unsere Wagenprojekte?

Ab und zu haben wir über die in Aufarbeitung befindlichen Wagen berichtet. In erster Linie sind dies der AB4yg, also ein vierachsiger Umbauwagen von 1957 mit erster und zweiter Wagenklasse, der schon sieben Jahre bei uns ist, effektiv drei davon in Aufarbeitung, wenn man Verzögerungen, die wir nicht beeinflussen konnten, abrechnet.

Der zweite Wagen ist der Hasenkasten-Steuerwagen der Bauart Bylf436, der in der Zwischenzeit auch kleine große Fortschritte gemacht hat.

Zustand Feb. 2024, gähnende Leere in der 1. Klasse (C) MEH

 Der AByg503 befindet sich inzwischen in der letzten Kurve vor der Zielgeraden. Blech- und Anstricharbeiten sind schon länger abgeschlossen, wobei gerade im Blech große Flächen wie die Fensterausschnitte völlig neu entstanden sind. Inzwischen ist auch der Fußboden schon lange eingebaut sowie der Linoleumboden verlegt.

2. Klasse, Fußboden drin, Stand Mai 2025 (C) MEH

Der vor allem dichte Einbau der alten Fenster stellte eine Herausforderung dar, liegt doch hier die Hauptgefahr für Wassereintritt und damit Rostschäden. Nicht zu vergessen ist, dass natürlich auch Wände und Decken saniert werden mussten. Dann konnte es an den Wiedereinbau der Bestuhlung gehen, die derzeit läuft. Ergänzend wurden alle Polster der 2. Klasse durch die Fa. Ringkamp in Hamm aufgepolstert und mit neuem Kunstleder bezogen, die der 1. Klasse werden grundgereinigt oder gegen Ersatz-Polster getauscht.

Dann kann es daran gehen, das Fahrwerk des Wagens noch einmal zu untersuchen und anschließend die Bremsanlage wieder einzubauen. Auch an der Elektrik sind noch Prüfungen und ggf. Reparaturen erforderlich.

aktueller Stand, 2. Klasse wird bestuhlt,  Juni 2026 (C) MEH

Eine Fertigstellungsprognose geben wir aber trotzdem nicht ab, denn fertig ist wenn fertig. Aber wie gesagt: Die Zielgerade ist in Sicht. Dann wird er mit dem schon vorhanden vierachsigen Halbgepäckwagen zusammen auch die Basis für einen mittelfristig angepeilten Heckeneilzug bilden, aber hauptsächlich den Wirtschaftswunderzug gleicher Bauart auf über 300 Plätze verstärken.

Beim Hasenkasten als nächstem Objekt sind wir noch lange nicht soweit, da hier erst einmal die äußere Substanzsicherung und -wiederherstellung Priorität hatte. Hier sind inzwischen mehr als 200 Schweißerstunden verbraucht worden, um im Bereich des Steuerabteils und der Einstiege rostige Fußböden und Seitenwandbleche zu entfernen und neue Bleche einzuflicken. Aber er hat schon seine typische Optik wiedererhalten, da die Fenster, aus denen Lokführer und Zugführer die Strecke beobachten mussten, sowie das Dreilicht-Spitzensignal bereits wieder eingebaut wurden. Zusammen mit neuer Lackierung und einer neuen Dampfheizkupplung, da war der alte Anschlussflansch einfach abgebrannt worden, sieht der Wagen an dieser Stelle schon sehr gefällig aus.

vorn fast komplett (C) MEH

Die großen Arbeiten wie Ausbau der Bestuhlung, Aufnehmen des alten Fußbodens und Ersatz der teilweise verrotteten Riffelbleche unterflur stehen aber noch an. Das Sahnehäubchen wird dann die Wiedereinrichtung der Steuereinrichtungen des Steuerabteils sein. Aber auch hier werden wir uns mit der Wiederinbetriebnahme etwas gedulden müssen. Unterstützt wurde und wird dieses Projekt auch durch den Spendenaufruf des „Silberlings“, der schon einige Mittel auf das Spendenkonto gespült hat. Auf dem gleichnamigen youtube-Kanal teilt Jörg Haase sein in über mehr als 40 Jahre erworbenes Wissen über Eisenbahnbremsen im Allgemeinen und Besonderen mittels auch für den Laien verständliche Videos mit interessierten Eisenbahnern, die auch heute noch davon profitieren können, aber auch mit Hobbyisten, die das System einfach nur verstehen wollen. Der Ehrentitel „Bremsenpapst“ steht ihm völlig zu Recht zu.

Etwas unter dem Radar erfolgen seit einiger Zeit auch Arbeiten an einem „100-Jährigen“, dem WGüge821.4, bekannt auch als Hechtwagen, der bei der Bundesbahn im Sonderzugverkehr als Gesellschaftswagen („Samba-Wagen“) seine Verwendung und nach mehreren Zwischenstationen zu uns fand. Hier sind wir im positiven Sinne zum Handeln gezwungen worden, da anlässlich eines runden Jubiläums einer in Hamm ansässigen Gleisbaufirma ein namhafter Betrag für dessen Wiederinbetriebnahme gespendet wurde. So etwas passiert wahrlich nicht oft und deshalb sind wir auch zu großem Dank verpflichtet.

Auch hier gilt wie bei den anderen Wagen: Zuerst die Grundsubstanz sichern und erneuern, dann geht es innen weiter. Die Sicherung bedeutet auch hier einen weitgehenden Neubau der Bleche an den Wagenübergängen und dem Tauschen von Blechen an Seitenwänden und Türen. Diese Arbeiten laufen gerade. Probeweise wurde ein Wagenende schon neu im alten Bundesbahn-Rot lackiert, so dass man schon eine Vorstellung von seinem fertigen Aussehen bekommen kann.

 

Lackierversuch nach Blecharbeiten, März 2026 (C) MEH

Aufgrund der Vergrößerung der Sitzplätze im Zug durch die Inbetriebnahme der o.g. Wagen drängt eine Verbesserung der Zug-Gastronomie immer mehr, da unser jetziger Bistrowagen oft schon an seine Grenzen gelangt. Und in diesem Wagen, der im Laufe seines Daseins schon so viele Veränderungen erfahren hat, sind wir auch relativ frei in der Innenraumgestaltung, die nachher einfach nur geschmackvoll und für Fahrgäste vor und Personal hinter der Theke angenehm funktional sein sollte. Jedenfalls würden uns allein räumlich ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kontrast: die andere Wagenseite (C) MEH

Soweit der Bericht zu den derzeit in Arbeit befindlichen Wagen, der gelegentlich aktualisiert und um noch ein Schmankerl erweitert wird.


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