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(K)Ein Ende des Dampfbetriebes nach(vor) 40 Jahren

Wir weisen an dieser Stelle auf gleich zwei geschichtsträchtige Ereignisse hin, die den Älteren oder Interessierten noch im Gedächtnis sind: Am 26.10.1977 endete der Einsatz von Dampflokomotiven bei der DB – eine ölgefeuerte Maschine der Baureihe 44 hauchte ihren letzten Dampf im BW Emden aus.

Nicht ganz im Fokus – waren doch gleich 2 kohlegefeuerte Exemplare dieser Baureihe noch weiter im begrenzten Rahmen unter Dampf – zum Ersten eine Maschine als Heizlok im Bw Gelsenkirchen Bismarck und zum zweiten die erste erworbene Dampflok der Hammer Eisenbahnfreunde (44 1558) von Mai 1977 bis zum Ende ihrer Frist auf Privatbahngleisen der RLG und WLE bis Dezember 1979. Heute ist sie ein museales Exponat in ihrer alten Heimat Gelsenkirchen-Bismarck. Ab 1980 trat dann die von der RAG erworbene Werklok ex DB 80 039, in unserem Verein aufgearbeitet, wieder ihren Dienst an.


Die inzwischen auf 3 Exemplare angewachsene Dampflok-Sammlung der MEH/HEF stellte einen durchgehenden Dampfbetrieb mit unterschiedlichen Exemplaren bis in das Jahr 2017 – also 40 Jahre – sicher. Neben einer ständigen Pflege benötigen die Maschinen jedoch eine weiteren erheblichen finanziellen Aufwand in der Aufarbeitung von Hauptkomponenten, welcher natürlich bei den vielen Aufgaben der Unterhaltung einer Museumseisenbahn mit Infrastruktur und mehr als 40 Fahrzeugen aus eigener Kraft nicht sichergestellt werden kann. Finanzielles Rückgrat bilden derzeit Einsätze mit Diesel-Lokomotiven insbesondere der V 200, die nach mehr als 30jähriger Pflege auch einen Teil der erwirtschafteten Einnahmen wieder einfordert.

Die ursprünglich eingeplante weitere komplett-Aufarbeitung nach Neubaukessel an der 80 039 musste deshalb aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden. Auch unser ältestes Stück – unsere mittlerweile 111 Jahre alte RADBOD – welche als Überbrückung dienen sollte, fordert ihren Tribut, der auch unsere finanziellen Kapazitäten derzeit überschreitet. Nach einem Defekt an beiden Einströmrohren und der fälligen Fahrgestellfrist mussten wir sie vorzeitig 1 Jahr vor Ablauf der Kesselfrist abstellen. Wir haben uns deshalb entschlossen, unsere „Reserve“ die kleinste der 3 Maschinen – den Hermann Heye aus ihrem Schattendasein zu erlösen und aufgrund der festgestellten Substanz, wieder Leben einzuhauchen. Startschuss der Arbeiten war am 29.10.2017.

Hier präsentiert sich die Mannschaft vor unseren beiden Protagonisten – „Emma“ die Radbod, welche erst einmal sorgfältig konserviert hinterstellt wird und „Hermann“, bei dem es jetzt losgeht und der in absehbarer Zeit die Dampftraktion auf unserer Kleinbahn sicherstellen soll. Seine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und die knapp 300 PS stellen ihn bei dem vorhandenen Zug auf keine großen Probleme. Auch die 80 039 wird nicht vergessen – wir holen sie erstmal wieder heim und werden auch hier die nötigen Konservierungen vornehmen, um bei günstigen Voraussetzungen eine spätere Wiederinbetriebnahme zu erleichtern.